Magnolia

'CLEOPATRA' 

 

 

 

Weshalb diese neue Magnolie so begeistert...

 

 

Lassen Sie uns zunächst ein wenig botanische Abenteuer-Historie atmen:

 

Wir schreiben das Jahr 1924, nordwestliche Provinz Yunnan, China.

Im Pflanzendickicht auf mehr als 3000m Höhe findet der legendäre Pflanzensammler George Forrest Samen einer auffälligen Baummagnolie und schickt sie heim nach England.

Hieraus erwachsen 3 Bäume, die knapp 20 Jahre später zum ersten Mal blühen werden.

 

Ihre Blütenfarbe zählt mithin zum Spektakulärsten, das die Pflanzenwelt vorzuweisen hat. 

Botanisch gesehen, handelt es sich bei diesen Pflanzen um Magnolia campbellii ssp. mollicomata. Die Sämlinge erhalten die Namen 'Lanarth', 'Werrington' und 'Borde Hill' - nach den englischen Landgütern, auf die sie verteilt wurden und jeweils heranwuchsen.


Magnolia campbellii wird zu Recht als die 'Königin der Magnolien' bezeichnet, in ihrer Unterart 'mollicomata' finden wir dann die besagten und wahrhaft 'blaublütigen' Vertreter der Familie. Wer diese Bäume schon einmal blühend sah, weiss , was damit gemeint ist.

 

In der ohnehin intensiven Grundfarbe der Blüten schwingen -deutlich erkennbar- blaue Untertöne mit, die wohl bei Magnolia 'Werrington' am intensivsten hervortreten. In zahlreichen Beschreibungen taucht dabei häufig der Begriff 'Cyclamen-Purpur' auf.  'Cyclamen' ist der lateinische Gattungsname der allseits bekannten 'Alpenveilchen'.


Ein voll erblühter Baum im Umgebungsgrau des Spätwinters entfaltet bei jedem geneigten Betrachter Ehrfurcht und staunende Bewunderung.

Wer James Camarons 'Avatar' Film gesehen hat, wird zustimmen, dass diese Magnolien selbst in den fantastischen Wäldern des fiktiven Planeten Pandora noch zum Staunen angeregt hätten.

 

 

 

Foto: Magnolia 'Werrington' im südlichen Tessin

 

Ein Nachteil für Standorte nördlich der Alpen ist, dass man diese majestätischen Bäume erst in der Ferne bestaunen kann: Südwestengland, das südliche Tessin, Norditalien, das atlanische Norspanien und Neuseeland sind außerhalb des asiatischen Herkunftsgebietes jene klimatisch bevorzugten Regionen, in denen diese botanischen Kostbarkeiten unbeschadet heranwachsen können und ihre prachtvollen, riesigen Blüten entwickeln.

 

Jedem, der es bei uns mit der Kultivierung im Garten bereits versucht hat oder noch plant, dem wurde (wird) rasch klar (werden), weshalb die Magnolien der sog. 'Lanarth-Gruppe' zum Empfindlichsten gehören, was die laubaberfende Magnolien im Angebot haben. Wir suchen noch immer - nach vielen Jahren - nach einer Pflanze in Deutschland oder Österreich, die arttypisch gedeiht und prächtig blüht !

 

Für ambitionierte Magnolien-Züchter war und ist es daher immer ein ganz besonderes Ziel,  durch Kreuzung und Auslese diese einmalige Blütenfarbe auf robustere und deutlich winterhärtere Hybriden übertragen zu können.

 

Magnolia 'Cleopatra' ist diesem Ziel ganz, ganz nahe gekommen!

 

Der Neusseländer Vance Hooper, der uns mit Magnolia 'Genie', 'Sweet Merlot', 'Shirazz', 'Brixton Belle', 'Cameo' u.v.a.m. schon so viele Blütenjuwelen schenkte, hat mit 'Cleopatra' gewiss ein Meisterstück abgeliefert!

 

Im Frühjahr 2010 ergab sich für uns die außergewöhnliche Gelegenheit, die farbliche Annäherung an das 'Original' in einem direkten Vergleichsfoto festzuhalten zu können.

 

Marc Günther, ein Magnolia campbellii-begeisterter Pflanzenfreund aus dem Badischen, brachte uns von einer Reise ins Tessin frische 'Werrington'-Blüten mit. Zur gleichen Zeit standen uns aus dem Vortrieb im Glashaus 'Cleopatra'-Blüten zur Verfügung

 

Leider hatten wir keinen Polarisationsfilter für die Fotos zur Verfügung - beide Magnolien neigen im hellen Licht zu 'metallischem' Glanz, den zwar das menschliche Auge gut kompensiert, der bei Fotos aber zu Aufhellungen führt. Farbflächen erscheinen heller,  als sie eigentlich sind.

 

Sehen Sie selbst:

 

                                                                 Farbvergleich - Blüteninnenseite

 

 

Links: 'Cleopatra'                 Rechts: 'Werrington'


 

                                                  Farbvergleich - Blütenaußenseite

 

                                                                   Links: 'Cleopatra'                  Rechts: 'Werrington'

 

 

Auch wenn 'Cleopatra' auf den Innenseiten der Tepalen (Blütenblätter)  etwas heller coloriert ist, so waren wir doch mehr als begeistert über das hohe Maß der farblichen Annäherung an das bläuliche 'Cyclamen' der kälte- wie hitzeempfindlichen Exotin aus dem Süden.

Wer will uns, den Magnolien-Begeisterten,  also eine wahrhaft freudige Verzückung verwehren?

 

'Cleopatra' ist ein Meilenstein hin zu einer winterharten Magnolia 'Lanarth'. Zudem muss niemand 10-12 Jahre auf die erste Blüten warten - junge Veredlungen setzen schon 2 Jahre nach der Vermehrung erste Knospen an.

 

Mit gerade einmal 4m Höhe und 2m Breite nach 10 Jahren paßt die NZ-Schönheit auch noch problemlos in einen Reihenhausgarten und setzt zweimal im Jahr wundervolle farbliche Akzente.

 

Bis -25°C überstanden alle Versuchspflanzen problemlos die letzten vier markanten Winter. Das stimmt optimistisch und ermöglicht es,  'Cleopatra' in vielen Regionen Deutschlands erfolgreich kultivieren zu können.

Sie bringt -genetisch- eine ungemein robuste Natur mit sich.

 


Kelkheim, im Januar 2017

 

 

Michael Gottschalk

Lunaplant.de

 

 

 

        

 

 

 

 

 

 

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